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Sumpfweihe
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Die Sumpfweihe (Circus approximans) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen und der Gattung der Weihen.
Die braun-weiĂe Sumpfweihe ist eine der gröĂten Vertreterinnen ihrer Gattung und ernĂ€hrt sich vor allem von Nagetieren, Hasenartigen und Vögeln, hĂ€ufig auch von Aas. Das stark disjunkte Verbreitungsgebiet umfasst Teile Australiens, Tasmanien, Neuseeland sowie die Inseln des sĂŒdlichen Ozeaniens. Mit Ausnahme von Australien und Tasmanien ist die Sumpfweihe ein Standvogel. Sie bewohnt Feuchtgebiete wie Marschen, SĂŒmpfe und Flussufer, aber auch Weiden und Getreidefelder.
Vor allem in Neuseeland, wo sie der gröĂte Greifvogel ist, hat sich die Sumpfweihe von einer klassischen Vertreterin ihrer Gattung hin zu einem vorrangigen Verwerter von Aas entwickelt.cite-ref-baker-gabb1981-1-0[1]cite-ref-canterburynature-australasian-harrier-2-0[2] Auch wegen ihres krĂ€ftigen Körperbaus, der ihr den fĂŒr Weihen sonst typischen Gaukelflug erschwert, Ă€hnelt sie in ErnĂ€hrung und Jagdverhalten oft eher Bussarden als anderen Weihen.
In der Mythologie der MÄori wird die Sumpfweihe als KÄhu bezeichnet, sie hat in den ErzĂ€hlungen der neuseelĂ€ndischen Ureinwohner die Rolle eines Götterboten inne; die Ăberlieferungen der Aborigines kennen sie unter dem Namen Joongabilbil als Ăberbringer des Feuers (siehe unten).
Contents
âą Merkmale
âą Mauser
âą Flugbild
âą LautĂ€uĂerungen
âą Verbreitung
âą Wanderungen
âą Lebensraum
âą Lebensweise
âą Sozialverhalten
âą Balz und Paarung
âą Systematik
âą Bestand
âą Verweise
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Merkmale
Aussehen und Körperbau
Die Sumpfweihe ist eine sehr groĂe und krĂ€ftige Weihe und zeigt, wie auch andere Weihen, einen ausgeprĂ€gten Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich GröĂe und FĂ€rbung.
Die FlĂŒgellĂ€nge adulter MĂ€nnchen der Nominatform C. approximans approximans liegt bei 392â415 mm, die SchwanzlĂ€nge bei 207â250 mm und der Tarsus wird 87â105 mm lang. MĂ€nnchen wiegen 392 bis 726 g. Weibchen sind im Durchschnitt bis zu 20 % gröĂer und 30 % schwerer. Ihre FlĂŒgellĂ€nge betrĂ€gt 418â430 mm, und auch ihr Schwanz ist mit 215â263 mm etwas lĂ€nger, wĂ€hrend der Tarsus die gleiche LĂ€nge wie beim mĂ€nnlichen Vogel hat. Weibchen wiegen 622â1100 g. Damit ist die Sumpfweihe eine der schwersten und gröĂten Arten der Gattung.cite-ref-simmons35-3-0[3]cite-ref-ferguson-lees-4-0[4]
MĂ€nnchen der Nominatform sind auf der Oberseite braun mit hellen, rötlichen FedersĂ€umen. Kopf und Hals sind etwas heller als der RĂŒcken und gestrichelt. Die Handschwingen wie auch die Steuerfedern sind verwaschen grau gefĂ€rbt und mit einer dĂŒnnen, schwarzen BĂ€nderung versehen. Die Unterseite der Hand- und Armschwingen zeigt ein Ă€hnliches, helleres Farbmuster, jedoch mit einem weiĂen Bereich an der Basis der Handschwingen. Bauch und Brust sind beim MĂ€nnchen weiĂ oder cremefarben; sie weisen eine rötliche Strichelung auf, die zur Kehle und Brust hin dichter wird, sich aber zum weiĂen BĂŒrzel hin verliert. Die Weibchen zeigen eine sehr Ă€hnliche Gefiederzeichnung. Insgesamt sind sie jedoch dunkler gefĂ€rbt: BĂ€nderungen treten deutlich hervor, auch geht die Oberseite stĂ€rker ins Dunkelbraune. Das verwaschene Grau des MĂ€nnchens ist beim Weibchen eher graubraun; zudem ist die Unterseite sehr viel dichter und durchgehender gestrichelt.cite-ref-ferguson-lees145-5-0[5]
Die Sumpfweihe verfĂŒgt ĂŒber einen fĂŒr Weihen typischen Gesichtsschleier, der sich durch seine dunkelbraune Farbe und einen Kranz heller Federn vom Rest des Kopf- und Kehlgefieders abhebt. Die Beine adulter Vögel sind gelb, ebenso die Wachshaut und die Augenringe; einige mĂ€nnliche Vögel zeigen an den Beinen jedoch auch eine orange FĂ€rbung.cite-ref-ferguson-lees145-5-1[5]
Juvenilen Vögeln fehlen vor allem die hellen Anteile im Gefieder adulter Sumpfweihen. Lediglich die weiĂlich-cremefarbenen FlĂ€chen an der Basis der Handschwingen sind bereits vorhanden, und im Nacken bilden weiĂe Sprenkel oder Strichel einen hellen Kragen. Die Farbe der Körperunterseite bewegt sich zwischen dunkel- und rotbraun und weist bereits die Grundstruktur der Strichelung bei ausgefĂ€rbten Tieren auf. WĂ€hrend auch bei juvenilen Sumpfweihen Wachshaut und Beine gelb sind, besitzen sie anfangs noch braune Augenringe. Beim MĂ€nnchen hellen sich diese relativ schnell auf, sodass sie im dritten Jahr gelb sind. Bei weiblichen Tieren dauert dieser Prozess deutlich lĂ€nger und ist mitunter erst nach dem vierten Lebensjahr abgeschlossen. Juvenile Sumpfweihen zeigen in der FĂ€rbung keine Unterschiede, zweijĂ€hrige (immature) Ă€hneln Ă€uĂerlich stark den Weibchen, was die Bestimmung des Geschlechts erschwert.cite-ref-fox10-6-0[6]cite-ref-ferguson-lees504-7-0[7]
Das Daunenkleid der KĂŒken der Sumpfweihe ist auf der Körperunterseite weiĂ bis beige; auf der Oberseite ist es dunkler. Die dunkelbraunen Federn erscheinen zunĂ€chst an den Schultern, den FlĂŒgeln und am Schwanz. Schnabel und Beine sind bereits gelb. Frisch flĂŒgge gewordene Vögel zeigen oft rötliche Anteile im Gefieder, die sich als unregelmĂ€Ăiger Saum auf die Steuerfedern und die Hand- und Armschwingen verteilen. Bisweilen finden sich auch noch Reste des weiĂen Daunenkleides am Bauch.cite-ref-buller207-8-0[8]
Mauser
Die erste Mauser ins Federkleid adulter Vögel findet bei juvenilen Sumpfweihen zwischen April und September statt. Von April bis Juli wird dabei nur das Körpergefieder ausgewechselt, im Anschluss werfen die Vögel von August bis November die mittleren Steuerfedern ab. Die erste postnuptiale Mauser dauert fĂŒnf Monate findet bei juvenilen Vögeln zwischen November und Ende MĂ€rz (Weibchen), beziehungsweise einen Monat spĂ€ter (MĂ€nnchen) von Dezember bis Ende April statt. Dabei werden die mittleren Steuerfedern als letztes abgeworfen; MĂ€nnchen erhalten durch diese Mauser die typische UnterflĂŒgelzeichnung.cite-ref-baker-gabb-diss21-9-0[9]
Bei adulten Weibchen beginnt die postnuptiale Mauser im Dezember, zu diesem Zeitpunkt sind die Jungen etwa eine Woche alt. Die Mauser dauert rund sechs Monate bis Ende Mai. Auch hier findet die Mauser der MĂ€nnchen um einen Monat versetzt statt, weil das MĂ€nnchen die Versorgung von Weibchen und Jungen ĂŒbernimmt. Anders als bei juvenilen Vögeln werden bei adulten Sumpfweihen die mittleren Steuerfedern zuerst abgeworfen. Die Handschwingen werden von innen nach auĂen ausgewechselt.cite-ref-baker-gabb-diss21-9-1[9]
Flugbild
Die Sumpfweihe ist ein Greifvogel mittlerer GröĂe, fĂŒr eine Weihe ist sie jedoch relativ groĂ und krĂ€ftig gebaut. Dies ist auch beim Flugbild deutlich erkennbar. WĂ€hrend die FlĂŒgellast bei den meisten Weihen bei 0,2â0,3 g/cmÂČ liegt, betrĂ€gt sie bei mĂ€nnlichen Sumpfweihen 0,39 g/cmÂČ, bei weiblichen sogar 0,41 g/cmÂČ. Dadurch fĂ€llt es der Sumpfweihe schwerer, wie andere Weihen im tiefen Gaukelflug ĂŒber dem Boden zu gleiten. Stattdessen kreist sie, Ă€hnlich wie Bussarde, oft 20â100 m ĂŒber dem Boden. Charakteristisch fĂŒr die Sumpfweihe sind ruhige, kraftvolle FlĂŒgelschlĂ€ge, die immer wieder von Phasen des Gleitflugs unterbrochen werden. Dabei nehmen die FlĂŒgel der Sumpfweihe die fĂŒr alle Vögel dieser Gattung typische V-Stellung ein. Bisweilen schwenkt oder neigt sie sich im Segelflug zur Seite, hĂ€ufig lĂ€sst die Sumpfweihe im Flug auch die Beine herabhĂ€ngen.cite-ref-fox11-10-0[10]cite-ref-ferguson-lees504-7-1[7]
Der tiefe, leicht taumelnde Gaukelflug, nur wenige Meter ĂŒber dem Erdboden, kommt vor allem dort zum Einsatz, wo sich die Sumpfweihe hauptsĂ€chlich von KleinsĂ€ugern ernĂ€hrt. Dabei nutzt sie den Wind, um lange Strecken ĂŒber offener Landschaft zurĂŒckzulegen und bei ErspĂ€hen der Beute plötzlich hinabzutauchen und diese zu greifen.cite-ref-simmons97-11-0[11]cite-ref-baker-gabbislands-12-0[12]
LautĂ€uĂerungen
AuĂerhalb der Brutzeit ist die Sumpfweihe ein akustisch eher unauffĂ€lliger Vogel. Die LautĂ€uĂerungen lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen und unterscheiden sich je nach Situation: Der Balzruf des MĂ€nnchens besteht aus einem kurzen, klagenden kii-a, das im hohen Flug ausgestoĂen wird. Bei der Inspektion des Nests ist vom MĂ€nnchen eine Folge von kii-o-Rufen zu hören. Vor der NahrungsĂŒbergabe ruft das MĂ€nnchen das Weibchen mit einem leisen tschuck-tschuck-tschuck.cite-ref-baker-gabb-diss33-13-0[13]
Das Weibchen wiederum ruft bei verschiedenen Gelegenheiten mit einem tiefen siiiuh nach dem MĂ€nnchen, so etwa wĂ€hrend der Balz, beim Betteln um Nahrung oder wenn ein Eindringling erscheint, gleiches gilt fĂŒr bettelnde Junge.cite-ref-baker-gabb-diss33-13-1[13]
Bei Bedrohung durch Fressfeinde stoĂen Sumpfweihen ein lautes, scharfes tschit-tschit-tschit als Drohruf aus. Davon ist der Angstruf, ein lautes tschiiiit, zu unterscheiden, der zu hören ist, wenn die Vögel vom Menschen aufgeschreckt oder von Artgenossen mit den Klauen gegriffen werden.cite-ref-baker-gabb-diss33-13-2[13]
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Sumpfweihe umfasst den SĂŒdosten und den Ă€uĂersten SĂŒdwesten Australiens, Tasmanien sowie die LoyalitĂ€tsinseln, Neukaledonien, die Wallis-Inseln, Fidschi, Vanuatu und die Chatham-Inseln. Auf den Gesellschaftsinseln wurde die Sumpfweihe eingefĂŒhrt, ebenso wie 1880 auf Tahiti, wo sie vermutlich das Aussterben der Tahiti-Fruchttaube (Ducula aurorae) verursacht hat.cite-ref-blanvillain-14-0[14]cite-ref-canterburynature-australasian-harrier-2-1[2] Vereinzelt gibt es auch Berichte ĂŒber nördlichere Bruten, etwa an der NordkĂŒste von New South Wales oder im nördlichen Queensland.cite-ref-harrison-15-0[15]cite-ref-gosper-16-0[16]cite-ref-ferguson-lees504-7-2[7]
In Neuseeland ist die Sumpfweihe wohl erst seit der frĂŒhen Neuzeit heimisch und fehlt unter den Funden aus dem frĂŒhen HolozĂ€n.cite-ref-worthy-17-0[17] Dort herrschten seit dem QuartĂ€r vor allem WĂ€lder und von Inselgigantismus geprĂ€gte Arten wie die Moas, der Haastadler (Harpagornis moorei) und die gröĂere Eyles-Weihe (Circus teauteensis) vor. Dies Ă€nderte sich erst mit der Ankunft der Maori im 13. Jahrhundert. Diese bejagten die Moas und die Eyles-Weihe, rodeten die RegenwĂ€lder und schufen so die Landschaften, die auch heute noch in Neuseeland vorherrschen. In der Folge starben alle groĂen Vögel Neuseelands aus, sodass die Sumpfweihe (wie auch andere Vögel) eine neue Nische im Ăkosystem der Inseln besetzen konnte.cite-ref-worthy355-18-0[18]cite-ref-worthy-17-1[17]
Wanderungen
Die Sumpfweihe lebt ĂŒberwiegend nomadisch und unternimmt, unabhĂ€ngig von der Jahreszeit, StreifzĂŒge, wobei sie sich vor allem am Nahrungsangebot orientiert. So ist sie auf fast allen Inseln des sĂŒdlichen Ozeaniens als gelegentlicher Gast anzutreffen. LĂ€ngere Wanderungen unternimmt sie auch in Neuseeland, wo Sumpfweihen vor allem auĂerhalb der Brutzeit zwischen Nord- und SĂŒdinsel wechseln. Hingegen ist die Sumpfweihe in Tasmanien und Australien ein typischer Zugvogel.cite-ref-ferguson-lees504-7-3[7]cite-ref-sharland-19-0[19]
Ab Januar, vor allem aber von Juni bis Juli verlĂ€sst fast die gesamte Population Tasmanien und die sĂŒdlichen Brutgebiete und fliegt nordwĂ€rts in die Winterquartiere. Diese liegen in New South Wales, entlang der KĂŒste in Queensland und im Northern Territory, in geringerem Umfang auch im Outback und an der NordwestkĂŒste von Western Australia. Gegen Juli kehren die ersten Weihen nach Tasmanien zurĂŒck, zwischen Oktober und November erreicht die tasmanische Brutpopulation schlieĂlich ihren Höhepunkt. Die lĂ€ngste bekannte Strecke, die ein Vogel zurĂŒcklegte, liegt bei 1520 km (von Tasmanien ins nordöstliche New South Wales), der Durchschnitt liegt bei 260 km bei adulten Tieren. Die australischen Brutgebiete werden wĂ€hrend der Brutsaison hauptsĂ€chlich von adulten Weihen aufgesucht, juvenile und immature Vögel bleiben wĂ€hrend dieser Zeit ĂŒberwiegend im Inland. Aus Neuseeland werden gelegentlich Sichtungen von Sumpfweihen gemeldet.cite-ref-ferguson-lees504-7-4[7]cite-ref-mooney67-20-0[20]cite-ref-sharland-19-1[19]cite-ref-olsen168-21-0[21]
Lebensraum
Die Sumpfweihe bevorzugt Feuchtgebiete wie SĂŒmpfe, Salzmarschen, Auen und Reisfelder. Im trockenen australischen Binnenland ist sie auch in der Umgebung von Wasserbohrlöchern anzutreffen. GrundsĂ€tzlich jagt sie aber in allen Formen von offener Landschaft; so sind Schafweiden in Neuseeland zu einem stark frequentierten Habitat geworden. Auch Heide, Landschaften mit vereinzeltem Baumbewuchs und Getreidefelder dienen der Sumpfweihe als Jagdgrund. Die Sumpfweihe kommt von der KĂŒste bis in Höhen von 1200 m in Australien, 1700 m in Neuseeland sowie 3800 m in Neuguinea vor.cite-ref-ferguson-lees504-7-6[7]
Lebensweise
Jagd und ErnÀhrung
Sumpfweihen jagen im Flug ĂŒber offenem GelĂ€nde. Da sie fĂŒr Weihen relativ schwer gebaut sind, gehen sie hĂ€ufiger als andere Vertreter ihrer Gattung dazu ĂŒber, in groĂer Höhe ĂŒber dem Boden zu kreisen und auf erspĂ€hte Beute herabzustĂŒrzen, statt knapp ĂŒber der Erde zu gleiten und die Beute in plötzlichem Hinabsinken aus dem Gras zu greifen. Dies hat jedoch zur Folge, dass Sumpfweihen hĂ€ufig von ihren Beutetieren erspĂ€ht werden. Trotz dieses eher fĂŒr andere Gattungen der Habichtartigen ĂŒblichen Verhaltens wĂ€hlt die Sumpfweihe aber keine hochgelegenen Sitzwarten wie etwa Habichte, sondern nutzt eher âgattungstypischeâ Positionen auf Zaunpfosten, BaumstĂŒmpfen oder Steinen. Einige Ornithologen wie David Baker-Gabb sind allerdings der Ansicht, dass der hohe Suchflug der Weihe eher dazu dient, nach Aas Ausschau zu halten, da er vor allem dort beobachtet wird, wo die Sumpfweihe sich in hohem MaĂ von Aas ernĂ€hrt; auch stöĂt sie nie aus groĂer Höhe auf Beute herab, sondern lĂ€sst sich erst herabsinken, bevor sie Beute greift.cite-ref-baker-gabbislands-12-1[12] Fische greift die Weihe, indem sie knapp ĂŒber der WasseroberflĂ€che fliegt, dann plötzlich herabstöĂt und den Fisch packt. Diese Jagdweise ist besonders in Fischteichen und anderen GewĂ€ssern mit hohem Fischbestand erfolgreich. Der wie ein Schalltrichter wirkende Gesichtsschleier und das erweiterte Mittelohr ermöglichen es der Sumpfweihe, Beute mit einer Genauigkeit von 4° akustisch zu orten. Hat die Sumpfweihe ihre Beute erlegt, trennt sie die Haut mit Mittel- und Hinterklaue auf, frisst zunĂ€chst das Fleisch unter der Ăffnung und hĂ€utet das Beutetier anschlieĂend, um auch an den Rest des Fleisches zu gelangen.cite-ref-redhead278-22-0[22]cite-ref-simmons53-23-0[23]cite-ref-fox11-10-1[10]cite-ref-clunie-24-0[24]cite-ref-baker-gabb1993b-25-0[25]
Die Sumpfweihe orientiert sich bei ihrer ErnĂ€hrung stark am jeweiligen Nahrungsangebot. WĂ€hrend im Herbst, Winter und FrĂŒhjahr Aas den gröĂten Teil (im Sinne von Biomasse) der Nahrung ausmacht, ĂŒberwiegt im Sommer Lebendnahrung, da zu dieser Jahreszeit das Angebot an Insekten, Kleinvögeln und Kaninchen am gröĂten ist. Unter den Beutetieren machen SĂ€ugetiere, insbesondere Kaninchen und Igel, den gröĂten Teil (ca. 45 %) aus. An zweiter Stelle folgen Vögel (ca. 36 %), vor allem Sperlingsvögel, danach Insekten (ca. 8 %), Eier, meist von Bodennistern (ca. 5 %), sowie Wassertiere (ca. 5 %).cite-ref-baker-gabb-diet248-26-0[26] Sumpfweihen in KĂŒstennĂ€he passen sich ihrer Umgebung an. So erbeuten sie beispielsweise neben jungen Zwergpinguinen (Eudyptula minor) auch Fische oder Schalentiere.cite-ref-david-27-0[27]cite-ref-hawke-28-0[28]cite-ref-clunie-24-1[24]
Der hohe Anteil von Igeln an der Nahrung lĂ€sst sich darauf zurĂŒckfĂŒhren, dass diese hĂ€ufig wĂ€hrend des Winters verhungern und besonders oft WildunfĂ€llen zum Opfer fallen und anschlieĂend von der Sumpfweihe verzehrt werden, gleiches gilt fĂŒr andere mittelgroĂe SĂ€uger. Kaninchenaas kann hingegen auch aus BekĂ€mpfungsmaĂnahmen gegen diese in Australien und Neuseeland als SchĂ€dlinge geltenden Neozoen stammen. In der Regel findet die Sumpfweihe diese Tiere in Kaninchenfallen vor. Unter lebenden Kaninchen werden vorrangig Jungtiere erbeutet, gröĂere SĂ€ugetiere werden kaum Opfer der Weihen. Auch unter den geschlagenen Vögeln dominieren kleinere Arten, vor allem Nestlinge; der GroĂteil der Nahrung wird am Boden erbeutet. Absolute AusnahmefĂ€lle stellen die Erbeutungen von Vögeln dar, die gröĂer als die Weihe sind, etwa eines WeiĂwangenreihers (Egretta novaehollandiae). Kann die Sumpfweihe zwischen zwei StĂŒcken Aas wĂ€hlen, entscheidet sie sich in der Regel fĂŒr das StĂŒck, das sie am leichtesten transportieren kann; es wird anschlieĂend ins GebĂŒsch gezerrt, wo sie es ungestört fressen kann. FĂŒr die in Neuseeland zumindest frĂŒher weit verbreitete Meinung, die Sumpfweihe wĂŒrde auch LĂ€mmer schlagen, findet sich kein Beleg, gleichweg stellen Schafe in Form von Aas fĂŒr die Vögel in Neuseeland einen bedeutenden Teil der Nahrung dar. Das gilt besonders fĂŒr die Wintermonate, wenn andere Nahrungsquellen versiegen und der Anteil an Schafsfleisch in der Nahrung auf etwa 80 % steigt.cite-ref-baker-gabb-diet248-26-1[26]cite-ref-fennel-29-0[29]cite-ref-redhead269-30-0[30]
Sozialverhalten
Gelegentlich kommt es dazu, dass sich Sumpfweihen zu gröĂeren VerbĂ€nden zusammenschlieĂen. Dabei finden sich in AusnahmefĂ€llen bei DĂ€mmerung bis zu 150 Tiere auf einem gemeinsamen Nistplatz zusammen, auf denen die Vögel ovale Schlafnester mit MaĂen von etwa 30â36 cm Ă 20â26 cm anlegen. Zwischen den einzelnen Nestern bilden die Tiere Pfade aus, solange das Gras des Nistplatzes nicht zu hoch ist. Morgens brechen die Weihen dann wieder auf, meist kehrt nur ein Teil zum gemeinsamen Nistplatz zurĂŒck. Zumindest fĂŒr gröĂere Nistgemeinschaften scheint ein erhöhtes Nahrungsangebot ausschlaggebend, etwa nach der Wurfzeit der Kaninchen. Kleinere VerbĂ€nde von bis zu zehn Tieren können sich aber auch ohne konkreten Anlass zusammenfinden.cite-ref-hedley-31-0[31]
Territorialverhalten und Siedlungsdichte
Sumpfweihen besetzen sowohl wĂ€hrend der Brutzeit als auch in den Winterquartieren Territorien. Dabei muss zwischen Revieren und Jagdgebieten unterschieden werden: Erstere umfassen mehrere Hektar und werden gegen Eindringlinge verteidigt. Die Jagdgebiete gehen ĂŒber die Reviergrenzen hinaus und haben eine FlĂ€che von mehreren Quadratkilometern.cite-ref-baker-gabb-diss27-32-0[32]
Die Reviere werden vom MĂ€nnchen durch PatrouillenflĂŒge gegenĂŒber potentiellen Rivalen verteidigt. Dabei fliegen beide MĂ€nnchen langsam im Abstand von etwa 10 m in geringer Höhe mit stark angewinkelten FlĂŒgeln und deutlich prĂ€sentierten, herabhĂ€ngenden Beinen entlang der Reviergrenzen. AnschlieĂend fliegen beide in verschiedene Richtungen davon. Eindringlinge werden spĂ€testens ab dem Zeitpunkt der Eiablage angegriffen und davongejagt, wobei sie mit den Klauen angegriffen und bis zu den Grenzen des Reviers verfolgt werden.cite-ref-baker-gabb-diss27-32-1[32]
WĂ€hrend der Brutsaison teilen sich MĂ€nnchen und Weibchen ein Revier, dessen GröĂe stark variieren kann und zudem von den Revieren benachbarter Paare beeinflusst wird. Die beobachteten ReviergröĂen liegen zwischen 0,18 und 0,42 kmÂČ, besonders groĂe Reviere verkleinerten sich nach dem SchlĂŒpfen des Nachwuchses. Diese Reviere werden bis in 20 m Höhe an den Grenzen und 30 m ĂŒber dem Nest gegen Eindringlinge verteidigt. Die umliegenden Jagdgebiete umfassen eine FlĂ€che von etwa 9 kmÂČ, von denen die inneren 3 kmÂČ besonders ausgiebig genutzt werden. Diese Jagdgebiete beinhalten keine fremden Brutreviere, sodass die Vögel keine Angriffe bei der Nahrungssuche zu erwarten haben. Juvenile Sumpfweihen besetzen fĂŒr gewöhnlich keine Reviere, ihre Jagdgebiete sind folglich gröĂer und weniger ortsgebunden.cite-ref-baker-gabb-diss27-32-2[32]
Untersuchungen zur Siedlungsdichte ergaben fĂŒr ein neuseelĂ€ndisches Gebiet eine Dichte von einem Brutpaar pro 0,5 kmÂČ. Dabei ĂŒberschnitten sich Jagdgebiete um bis zu 70 %, die vorrangig genutzten Bereiche jedoch nur um 10 %. In einem tasmanischen Gebiet mit hoher Siedlungsdichte fanden sich entlang eines Baches Nester im Abstand von zwei Kilometern. Ort, GröĂe und Form der Brutterritorien werden in erster Linie vom GelĂ€nde und benachbarten Brutpaaren beeinflusst und erst im Laufe der Brutzeit endgĂŒltig bestimmt.cite-ref-baker-gabb-diss27-32-3[32]
In Wintergebieten in Tasmanien wurden Jagdgebiete von 2,9â3,9 kmÂČ GröĂe beobachtet, im Mittel 3,6 kmÂČ. Dabei ĂŒberlappten einzelne Jagdgebiete im Extremfall bis zu sechs anderen, was sich jedoch durch die GröĂe der Reviere ĂŒber die Zeit relativierte; nur selten jagten zwei Vögel in weniger als 500 m Entfernung voneinander. In der Mehrheit der FĂ€lle blieben die Weihen ihren Revieren auch in den Folgejahren treu, nur vereinzelt verlieĂen Vögel ihre Territorien, etwa um sich NistverbĂ€nden anzuschlieĂen.cite-ref-baker-gabb-winter-33-0[33] AuĂerhalb der Brutzeit wurde in Neuseeland ein Vogel pro 0,8 kmÂČ gezĂ€hlt; einige Gebiete sollen sogar eine Siedlungsdichte von einem Vogel pro 0,5 kmÂČ erreichen.cite-ref-ferguson-lees504-7-7[7]
Balz und Paarung
Sumpfweihen bilden lediglich wĂ€hrend der Fortpflanzungsperiode Paare, auĂerhalb der Brutsaison leben die Vögel als EinzelgĂ€nger.cite-ref-canterburynature-australasian-harrier-2-2[2] Die Balz wird vom MĂ€nnchen eingeleitet, indem es in groĂe Höhe steigt und dort zu kreisen beginnt. AnschlieĂend folgen wellenförmige Flugbewegungen mit ĂŒbertriebenen FlĂŒgelschlĂ€gen, wobei sich das MĂ€nnchen zuerst fallen lĂ€sst, um dann wieder steil nach oben zu schieĂen. Auf den Höhepunkten dieser Bewegung vollfĂŒhrt das MĂ€nnchen eine halbe oder ganze Rolle und stöĂt kii-a-Rufe aus, worauf das Weibchen mit kii-o antwortet. Zwischendurch lĂ€sst sich das MĂ€nnchen immer wieder in Spiralen herabfallen. StöĂt das Weibchen hinzu, stĂŒrzt sich das MĂ€nnchen auf dieses, woraufhin das Weibchen eine Rolle macht und ihm die Krallen zeigt. Diese Art von Verfolgungsflug dauert in der Regel 30 Sekunden, anschlieĂend landet das Paar am Boden.cite-ref-ferguson-lees504-7-8[7]cite-ref-baker-gabb-diss31-34-0[34]
Das MĂ€nnchen baut anschlieĂend einen schlichten Nistplatz, an dem es dem umworbenen Weibchen Beute darbringt, indem es mit erhobenen FlĂŒgeln und einem tschuk-tschuk-tschuk-Ruf auf sich aufmerksam macht. Das Weibchen fliegt anschlieĂend von einer nahen Sitzwarte herbei und frisst die vom MĂ€nnchen erjagte Nahrung. Dieses partnerschaftliche FĂŒttern dauert bis zur Eiablage Ende Oktober.cite-ref-baker-gabb-diss34-35-0[35]
Die Begattung wird vom Weibchen eingeleitet, indem es nahe dem MĂ€nnchen landet und es mit einem siiiuh-Ruf zur Paarung einlĂ€dt. Das MĂ€nnchen besteigt daraufhin das Weibchen, wobei es die Klauen schlieĂt und mit den FlĂŒgeln versucht, die Balance zu halten. Die Kopulation dauert wenige Sekunden, anschlieĂend trennen sich die Partner wieder, und das MĂ€nnchen setzt sein ĂŒbliches Paarungsverhalten fort.cite-ref-baker-gabb-diss34-35-1[35]
Die Sumpfweihe gehört zu den Angehörigen der Gattung Circus, bei denen Polygynie beobachtet wurde (etwa 11 % der FĂ€lle). Dabei buhlt das MĂ€nnchen um verfĂŒgbare Weibchen, auch wenn es bereits ĂŒber einen Brutpartner verfĂŒgt. AnschlieĂend besetzt jedes Weibchen Reviere und wird vom MĂ€nnchen versorgt, wobei die Weibchen in Reihenfolge ihrer Paarung bevorzugt werden. Der Bruterfolg der bevorzugten Weibchen ist dadurch signifikant höher als der der nachrangigen. Diese Polygynie steht allerdings in keinem Zusammenhang zum ZahlenverhĂ€ltnis der Geschlechter in einer Population, sondern scheint eher mit einem hohen Nahrungsangebot zu korrelieren.cite-ref-simmons92-36-0[36]cite-ref-baker-gabb-diss36-37-0[37]
Brut und Aufzucht der Nestlinge
Die Brutsaison liegt zwischen September und Februar und damit etwas spĂ€ter als bei den meisten anderen Greifvögeln der Region, die Hauptbrutzeit liegt zwischen Oktober und Dezember. In nördlichen Gebieten oder bei Trockenheit beginnt die Sumpfweihe meist frĂŒher mit dem Nestbau als anderswo. Das Nest besteht aus Gras, Schilf und unter UmstĂ€nden auch kleinen Stöcken, die vom Weibchen ĂŒber zwei bis sechs Wochen auf dem Boden oder in seichtem Wasser zu einem losen, dichten Gebilde zusammengefĂŒgt werden. Es ist von ovaler Form, misst rund 50 Ă 80 cm und liegt 40 cm ĂŒber dem Boden. Meist befindet sich das Nest in der NĂ€he von BĂ€chen und anderen GewĂ€ssern oder in Getreidefeldern, wo die Vegetation vor NestrĂ€ubern und dem Wetter schĂŒtzt; nur sehr selten brĂŒten Sumpfweihen auch in BĂ€umen.
Das Gelege besteht aus einem bis sieben Eiern von 3,7â5,7 Ă 2,8â4,2 cm, im Mittel 5,0 Ă 3,9 cm GröĂe. Der Durchschnitt liegt in SĂŒdostaustralien je nach Region bei 3,6â3,8 Eiern, neuseelĂ€ndische Sumpfweihen legen im Durchschnitt 4,6 Eier, was sich durch das Fehlen von Fressfeinden in Neuseeland erklĂ€ren lĂ€sst.cite-ref-simmons276-38-0[38]cite-ref-ferguson-lees504-7-9[7]cite-ref-redhead281-39-0[39]cite-ref-olsen170-40-0[40]
WĂ€hrend der Inkubation und der vollstĂ€ndigen AbhĂ€ngigkeit der Nestlinge ĂŒbernimmt allein das MĂ€nnchen die Nahrungsbeschaffung, wĂ€hrend das Weibchen das Nest bewacht. Die Beute wird in der Luft ĂŒbergeben, wobei das Weibchen vom Nest auffliegt, sobald das MĂ€nnchen zurĂŒckkehrt. Es setzt sich im Flug etwa 1â2 m hinter das MĂ€nnchen, woraufhin das MĂ€nnchen abrupt nach oben zieht und gleichzeitig die Beute fallen lĂ€sst. Die so durch die TrĂ€gheit kurz schwebende Beute wird vom Weibchen aus der Luft gegriffen, indem es sich auf den RĂŒcken legt und mit den Klauen nach oben stöĂt. AnschlieĂend fliegt das Weibchen mit der Beute zum Nest. Die Ursache fĂŒr diese Transfermethode liegt höchstwahrscheinlich darin, dass die Sumpfweihe BodenbrĂŒter ist und der Geruch am Boden ĂŒbergebener Tiere NestrĂ€uber anlocken könnte.cite-ref-baker-gabb-diss39-40-41-0[41]
Die KĂŒken schlĂŒpfen nach 31â34 Tagen und brauchen danach etwa 43â46 Tage, flĂŒgge zu werden. WĂ€hrend dieser Zeit verstĂ€rkt das MĂ€nnchen seine Nahrungslieferungen. Vier bis sechs Wochen nach dem SchlĂŒpfen der Jungen beginnt auch das Weibchen ebenfalls wieder mit der Jagd. Die AbhĂ€ngigkeit von den Eltern nach dem FlĂŒggewerden zieht sich zwischen vier und sechs Wochen hin, bevor die Jungvögel völlig selbststĂ€ndig geworden sind.cite-ref-ferguson-lees504-7-10[7]cite-ref-nzbirdskahu-42-0[42]cite-ref-simmons43-43-0[43]
Systematik
ĂuĂere Systematik und Entwicklungsgeschichte
Sumpfweihen zeigen im Verhalten, bei der ErnĂ€hrung und in den Erbanlagen eine nahe Verwandtschaft zu einer Reihe weiterer Weihen, die vorzugsweise Feuchtgebiete bewohnen und deshalb in eine gemeinsame Gruppe, die sogenannten âSumpfweihenâ, gestellt werden.cite-ref-christidis-44-0[44] Dabei ist die Sumpfweihe am nĂ€chsten mit der Rohrweihe (C. aeruginosus) sowie der Madagaskar- (C. macrosceles) und RĂ©unionweihe (C. maillardi) aus dem Indischen Ozean verwandt, zumindest was die heute lebenden Arten der Gattung Circus betrifft. Die im 13. Jahrhundert ausgestorbene Eyles-Weihe (C. eylesi) wird als eine nahe Verwandte der Sumpfweihe betrachtet, mit der sie neben dem Lebensraum Neuseeland auch diverse morphologische Eigenschaften gemein hat. Die Vermutung, dass diese beiden Weihenarten einen gemeinsamen Vorfahren hatten, liegt auch durch den Umstand nahe, dass die Sumpfweihe bisher als einzige Art abgelegene Inseln im Pazifik besiedeln konnte, im Gegensatz zur anderen australischen Weihe, der Fleckenweihe (C. assimilis), die in Neuseeland nicht existiert.cite-ref-worthy355-18-1[18]cite-ref-simmons25-45-0[45]
Die VerwandtschaftsverhÀltnisse der Sumpfweihe stellen sich laut Robert Simmons und Michael Wink (2000) wie folgt dar:cite-ref-simmons25-45-1[45]
Innere Systematik
FĂŒr die Sumpfweihe werden derzeit zwei Unterarten unterschieden, wobei diese Unterteilung umstritten ist:
⹠C. a. approximans Peale, 1848: Die Nominatform ist auf den LoyalitÀtsinseln, Neukaledonien, den Wallis-Inseln, Fidschi, Vanuatu und den Chatham-Inseln heimisch.
âą C. a. gouldi Bonaparte, 1850: Diese Unterart Ă€hnelt im Aussehen stark der Nominatform, sie ist fĂŒr gewöhnlich dunkler gefĂ€rbt und die Strichelung der Unterseite ist krĂ€ftiger. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Neuseeland, Tasmanien und das australische Festland.
Die Ă€uĂerliche Ăhnlichkeit zwischen Papuaweihe (C. spilothorax) und Mangroveweihe (C. spilonotus) fĂŒhrte dazu, dass erstere frĂŒher als zur Mangroveweihe gehörig betrachtet wurde, da die MĂ€nnchen beider Arten eine Ă€hnliche Farbgebung besitzen. SpĂ€ter sahen jedoch einige Ornithologen eine nĂ€here Verwandtschaft zur Sumpfweihe. Da es auch bei Jungtieren und Weibchen von spilothorax groĂe Ăhnlichkeiten zur Sumpfweihe gibt, wurde die Papuaweihe derzeit von diversen Autoren als deren Unterart gefĂŒhrt.
Diese Zuordnung blieb jedoch umstritten: Zwar sprachen sich James Ferguson-Lees und David Christie 2001 fĂŒr eine Zugehörigkeit der Papuaweihe zur Sumpfweihe aus, wollten die Möglichkeit aber nicht ausschlieĂen, dass sie eine eigenstĂ€ndige Art sein könnte.cite-ref-ferguson-lees504-7-11[7] Robert Simmons hingegen behandelte die Papuaweihe 2000 weder als Unterart der Mangrove- noch der Sumpfweihe, sondern als eigene Spezies. Dem schlossen sich Ferguson-Lees und Christie 2009 an.cite-ref-simmons22-46-0[46] Die DNS der Papuaweihe wird derzeit analysiert, die Publikation der Ergebnisse ist in Vorbereitung.cite-ref-simmonslegra-47-0[47]
Im Bezug auf C. a. gouldi und C. a. approximans befand David Baker-Gabb bereits 1979, dass die geringen morphologischen Unterschiede keine Unterteilung in eine australisch-neuseelĂ€ndische und eine ozeanische Unterart zulieĂen. Die Konsequenz sei demnach, beide als zur Nominatform gehörig zu betrachten.cite-ref-baker-gabb-taxonomy327-48-0[48] Hingegen spricht die groĂe rĂ€umliche Trennung und die geringe Durchmischung der jeweiligen Populationen fĂŒr eine Unterteilung.cite-ref-ferguson-lees504-7-12[7]
Bestand
In Neuseeland gilt die Sumpfweihe als hĂ€ufigster Greifvogel und auch auf den pazifischen Inseln ist die Sumpfweihe offenbar hĂ€ufig. FĂŒr die jeweiligen Populationen der Sumpfweihe in Australien, Neuseeland, Ozeanien und insbesondere Neuguinea liegen jedoch nur wenige Daten vor. Insgesamt umfassen die Brutgebiete der Sumpfweihe etwa 1,6 Mio. kmÂČ; Ferguson-Lees und Christie schĂ€tzen den Gesamtbestand auf eine GröĂenordnung von mehreren zehntausend Vögeln.cite-ref-ferguson-lees504-7-13[7]
MortalitÀtsursachen, Krankheiten und GefÀhrdung
Neben Verhungern und Alterstod stehen die MortalitĂ€tsursachen der Sumpfweihen vornehmlich im Zusammenhang mit dem Menschen, da ausgewachsene Sumpfweihen innerhalb ihres Verbreitungsgebiets kaum Fressfeinde haben. Weil die Sumpfweihe nicht nur im Ruf stand, LĂ€mmer zu schlagen, sondern auch Fasane, Wachteln und andere Vögel tötete, die zu Jagdzwecken in Neuseeland ausgesetzt wurden, fielen vor allem in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts viele Vögel dem gezielten Abschuss und der Vergiftung zum Opfer. Einige der sogenannten Acclimatisation Societies, die sich zum Ziel gesetzt hatten, englische Arten in Neuseeland anzusiedeln, setzten PrĂ€mien auf geschossene Sumpfweihen aus. In den 1930ern und 1940ern zahlte allein die Otago Acclimatisation Society innerhalb von sieben Jahren PrĂ€mien fĂŒr 26.184 getötete Weihen, die Auckland Acclimatisation Society vermerkte ĂŒber 200.000 AbschĂŒsse in 15 Jahren. SchafzĂŒchter wiederum rieben tote LĂ€mmer oder andere Köder mit Strychnin ein, wodurch die Weihen unmittelbar sterben. Walter Lawry Buller schĂ€tzte die Zahl der Weihen, die so zu Tode kamen, Ende des 19. Jahrhunderts auf mehrere tausend Tiere pro Jahr. Auch heute werden Sumpfweihen bisweilen noch abgeschossen, unter anderem in den Schutzgebieten des Schwarzen StelzenlĂ€ufers (Himantopus novaezelandiae). Auch die aktive Bejagung des Kaninchens ab den 1950er Jahren trug möglicherweise zu einem RĂŒckgang der neuseelĂ€ndischen Population der Sumpfweihe bei.cite-ref-baker-gabb-diet241-49-0[49] Bisweilen werden einzelne Sumpfweihen von Flötenvögeln (Gymnorhina tibicen) angegriffen, dabei sind auch tödliche Angriffe dokumentiert.cite-ref-morgan-50-0[50]cite-ref-buller209-51-0[51]
Die von anderen Greifvögeln bekannte Laus Degeeriella fusca befĂ€llt auch die Sumpfweihe. Aus Neuseeland wurde von FĂ€llen berichtet, in denen die betroffenen Vögel an einer Schwellung der Zunge litten. Diese wurden durch Sehnen- und Muskelgewebe hervorgerufen, die sich um die Zunge gewickelt hatten. Offenbar stammte dieses Gewebe von Aas, was angesichts der zunehmenden AbhĂ€ngigkeit neuseelĂ€ndischer Weihen von dieser Nahrungsquelle mittelfristig ein Problem darstellen könnte. Die Vorliebe der Sumpfweihe fĂŒr Aas stellt auch in anderer Hinsicht ein Problem dar: Da sich neuseelĂ€ndische Sumpfweihen bevorzugt von durch WildunfĂ€lle getöteten Tieren ernĂ€hren, geraten sie selbst in Gefahr, ĂŒberfahren zu werden. So wurden an stark befahrenen StraĂen mit einer GesamtlĂ€nge 33 km zwischen Juni 1985 und Oktober 1986 46 ĂŒberfahrene Weihen gezĂ€hlt, davon wurde die HĂ€lfte wĂ€hrend Mai (ĂŒberwiegend Jungvögel) und Juli (durchgehend geschlossene Schneedecke auf den StraĂen) getötet. Auch wird das Gefieder vieler Weihen in Kaninchenfallen stark beschĂ€digt. Dabei werden die Federn entweder gebrochen oder durch die Fallen ausgerissen, was im Gefieder von Greifvögeln zu nachhaltigen SchĂ€den fĂŒhrt.cite-ref-fox15-52-0[52]cite-ref-pierce9-53-0[53]
Ein groĂer Teil des Bestandes in Neuseeland ist von Bleivergiftung betroffen. Untersuchungen zur Bleibelastung bei neuseelĂ€ndischen Vögeln ergaben bei 60 % der untersuchten Sumpfweihen eine erhöhte Bleikonzentration im Blut. Dabei gilt neben Bleifarben und IndustrieabfĂ€llen vor allem Bleimunition als Hauptquelle fĂŒr in die Umwelt gelangendes Blei. Dabei wird Blei auch mit Krankheitsbildern in Verbindung gebracht, bei denen die FĂŒĂe der Vögel verkrampfen und sie so entscheidend beeintrĂ€chtigen. Zwar scheint Blei nicht die Alleinursache dieser Symptome zu sein, jedoch weisen Weihen mit verkrampften Klauen allesamt erhöhte Bleibelastungen auf. Vor allem die Vorliebe der Sumpfweihe fĂŒr Aas, das aus JagdmaĂnahmen stammt, gilt hierbei als verhĂ€ngnisvoll.cite-ref-youl-54-0[54]
Die Sumpfweihe in der Mythologie
In den ErzĂ€hlungen der MÄori und ihrer Mythologie nimmt die Sumpfweihe unter dem Namen KÄhu die Rolle eines Botschafters der Götter ein und genoss daher in den vergangenen Jahrhunderten unter den MÄori hohes Ansehen. Die FĂ€rbung des Gefieders fĂŒhrten die MÄori auf den Diebstahl des Feuers von Mahuika durch MÄui zurĂŒck: Dabei sei die Sumpfweihe versengt worden und ihre Federn hĂ€tten sich dunkel gefĂ€rbt.cite-ref-canterburynature-australasian-harrier-2-3[2]cite-ref-nzbirdskahu-42-1[42]cite-ref-nzbirdsmyths-56-0[56]
Auch in der Mythologie einiger Aborigine-StĂ€mme wird die Sumpfweihe, Joongabilbil genannt, mit der Gabe des Feuers in Verbindung gebracht. In den ErzĂ€hlungen ist sie von dem Wunsch beseelt, den Menschen das Feuer zu bringen, was ihr erst nach mehreren Versuchen gelingt, bis sie schlieĂlich einen Baum nach dem anderen in Brand setzt. AnschlieĂend bringt sie den Menschen bei, wie sie mit trockenem Holz selbst Feuer entfachen können.cite-ref-tales-57-0[57]
Verweise
Literatur
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Weblinks
Commons
: Sumpfweihe (
Circus approximans
)
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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âą Literatur ĂŒber die Sumpfweihe im Global Raptor Information Network
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âą Sumpfweihe (Circus approximans) bei Avibase
âą Sumpfweihe (Circus approximans) auf eBird.org
âą xeno-canto: Tonaufnahmen â Sumpfweihe (Circus approximans)
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Einzelnachweise
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